Obwohl in der Schifffahrt keine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss welcher Versicherung auch immer besteht, ist eine P & I - Versicherung (Protection & Indemnity) für Fahrzeuge, die gewerblich genutzt werden, absolut notwendig. Diese Versicherung bietet Deckung gegen Haftpflichtansprüche beispielweise im Falle des Todes oder der Körperverletzung von Besatzungmitgliedern und Dritten, bei Wasserverschmutzung und Ladungsschaden; durch diese Versicherung sind aber auchKollisionschäden und Wrackbeseitigungskosten gedeckt, die überden versicherten Wert des Schiffes hinausgehen. Das ist vor allem für Fahrzeuge mit einem relativ niedrigen Versicherungswert wichtig.
Die maximale Deckung im Rahmen der P & I - Versicheriung liegt je nach Schiffstyp zwischen 10 Millionen Euro und rund 4 Milliarden Dollar (beispielweise für Tankschiffe). Außerdem bietet diese Versicherung unter bestimmten Voraussetzungen eine Vergütung bei finanziellen Verlusten durch Stockungen auf dem Fahrwasser.
Beispiel 1: Sie erhalten eine Ladung von einem Seeschiff; während des Ladens bemerken Sie keine Besonderheiten und lassen folglich keine Vermerke machen. Beim Löschen werden Sie jedoch für die Verunreinigung der Ladung haftbar gemacht. Die P & I - Versicherung bearbeitet diesen Fall und vergütet - falls nötig - den Schaden.
Beispiel 2: Bei Unwetter sinkt Ihr Schiff im IJsselmeer. Das Schiff ist derart beschädigt, dass es als Totalschaden eingestuft werden muss. Die Bergungskosten betragen € 250.000,=, während ihr relativ kleines Frachtschiff nur für € 175.000,= versichert war. Die P & I - Versicherung übernimmt die gedeckten Bergungskosten für den Betrag, der über die € 175.000,= hinausgeht.
Beispiel 3: Beim Löschen fällt ein Arbeitnehmer des Stauers in den Laderaum und verletzt sich, weil sich die Leiter verschoben hat.